Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e. V.

Newsletter Mieterverein Bochum

- März 2023 -

Liebe Leserinnen und Leser,

der Winter endet langsam. Die Befürchtungen von Energieengpässen haben sich auch dank der milden Witterung zum Glück nicht bewahrheitet. Eine Entwarnung für Mieter:innen ist dies allerdings noch nicht. Denn die Nebenkostenabrechnungen kommen erst noch. In der Rechtsberatung bemerken wir bereits jetzt eine erhöhte Nachfrage.

Ist die Nebenkostenabrechnung zu hoch, ist unser erster Tipp die Abrechnung prüfen zu lassen. Allen Mitgliedern können wir dabei helfen. Bleibt dennoch eine hohe Nachzahlung, empfehlen wir Ihnen zu prüfen, ob Sie Wohngeld zu erhalten oder einmalig Bürgergeld beantragen können. Wie dies funktioniert, erfahren Sie u.a. auf den Seiten der Kampagne Energie Hilfe.

Leider steigen nicht nur die Energiekosten. Der neue Wohnungsmarktbericht der Stadt Bochum schreibt über weiter gestiegene Mieten und den Verlust geförderter Wohnungen. Der Wohnungsmarkt ist insbesondere im preiswerten Bereich und für große Familien noch angespannter geworden. Die Autor:innen fassen die Herausforderungen zusammen:

„Angesichts steigender Bedarfe, zunehmender Nebenkostenbelastungen und         rückläufiger Bestände bestätigt sich einmal mehr der Handlungsbedarf im Segment des geförderten Mietwohnungsbaus“

Diese Zahlen werden auch die Neuerstellung des Handlungskonzeptes Wohnen in Bochum bestimmen. Durch Neubau den Markt entspannen zu können, hat bisher schon nicht geklappt. Mit explodierenden Baupreisen infolge von Fachkräftemangel, Lieferengpässen, gestiegenen Bauzinsen und erheblichen Kostensteigerungen werden die Zahlen im Neubau erheblich sinken. Bochums größter Vermieter, die kommunale VBW, aber auch die finanzmarktgetriebene Vonovia, haben bereits Einschränkungen beim Neubau angekündigt.

Die Kommunalpolitik ist gefordert nach alternativen Lösungen zu suchen. Wir haben dazu auf Vorschläge verwiesen, die 19 Bochumer Gruppen und Organisationen in der Erklärung "Für eine sozial und ökologisch zukunftsorientierte Wohnungspolitk in Bochum":

"Die zentrale gemeinsame Forderung ist eine Konzentration auf die Bestandspolitik. Deren Aufgabe ist es, Leerstand und Instandhaltungsstau zu reduzieren sowie Abrisse und Umwandlungen zu verhindern. Neue Wohnungen könnten verstärkt zum Beispiel durch Aufstockungen entstehen, die schneller und preisgünstiger erstellt werden können."

Ausführliche Informationen zum neuen Wohngeldgesetz, zum Neubau in Bochum sowie zum lokalen Wohnungsmarkt sind in den folgenden Artikeln zu lesen.

Freundliche Grüße
Martin Krämer

Münzen

Das neue Wohngeldgesetz ist in Kraft

Am 25. November passierte das neue Wohngeldgesetz nach dem Bundestag auch den Bundesrat und war damit beschlossene Sache. Damit trat am 1. Januar eine massive Wohngeld-Erhöhung in Kraft. Zwei Millionen Haushalte statt bisher 660.000 sollen dann in den Genuss von Wohngeld kommen – also drei mal so viele. Auch die Höhe pro Haushalt wird mehr als verdoppelt – von 180 € pro Monat im Schnitt auf 370 €. Heiz- und Warmwasserkosten werden endlich wieder berücksichtigt und es gibt eine Klimakomponente. Wer ein relativ geringes Einkommen erzielt, sich aber bisher nicht mit dem Thema befasst hat, sollte vielleicht jetzt doch einmal etwas genauer hinschauen. Wir erklären, wie‘s geht.
Wohnhaus

Bochumer Wohnungsunternehmen müssen Neubauprojekte reduzieren – Alternativen zur Neubaustrategie der Stadt drängen

Wie die WAZ Bochum am letzten Freitag und heutigen Montag recherchiert hat, stoppen bzw. reduzieren die VBW und andere Unternehmen Neubauprojekte. Am Glockengarten plant die VBW statt 200 Wohnungen nur noch 94. Der zentrale Hintergrund ist, Neubau hat sich im letzten Jahr dramatisch verteuert. Die im Handlungskonzept Wohnen beschlossene Strategie durch Neubau den Wohnungsmarkt zu entspannen, kann in der neuen Marktlage erst recht nicht mehr funktionieren. Der Mieterverein sieht eine sich zuspitzende Situation, die schnell nach Antworten verlangt.
Neuer Wohnungsmarktbericht Bochum

Bochumer Wohnungsmarkt ist noch enger geworden: Mehr Herausforderungen für das Handlungskonzept Wohnen

Die Stadt Bochum hat den zweijährlich erscheinenden Wohnungsmarktbericht für das Jahr 2022 veröffentlicht. Die zentrale Botschaft darin: Der Wohnungsmarkt ist noch enger geworden. Besonders gefragt seien preiswerte Wohnungen für Singles und große Familien.